|
Tagebuch: NERVENKLINIK
2.7.1965: "Gedanken zu meinem Nervenklinikaufenthalt: Ich gehe hin, um mir einen Schock aufzuerlegen. Dieser Schock soll mir entweder die Kraft geben mich durch ein Medizinstudium durchzuplagen (die Möglichkeit an die ich weniger glaube !) oder er soll mir zeigen, daß ich nicht geeignet bin Arzt, Nervenarzt zu werden."
14.8.1965: "In der letzten Zeit war ich nun in allen Stationen der Nervenklinik und sah die schwersten wie die leichtesten Fälle, sah einen Todkranken mit Kopfkrebs, sah wundes Fleisch mit zentimetertiefen Löchern im Arsch, braun, ekelhaft und stinkend, machte selbst einen Einlauf, assistierte bei dem Wechsel einer Luftröhrenkanüle - und stellte fest, daß ich all dem und noch mehr durchaus gewachsen bin und anscheinend wirklich auf dem richtigen Weg bin."
|
|